Rezension im Zunftblatt

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Zunftblatt-Redaktion
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Fremitus - KulTourSchock

Takt Verlag & Studio
ca. 44 Minuten

Eines ist sicher: Musiker kommen in der Regel viel herum und das gilt in besonderem Maße für Spielleute. Ständig auf dem Weg zum nächsten musikalischen Erlebnis, durchreisen die Welt und lernen dabei fremde Länder kennen – und natürlich auch fremde Lieder. Dieser Thematik nimmt sich auch die mittelalterliche Formation Fremitus in ihrem neuen Album „KulTourSchock“ an.

Fremitus legt dabei wenig Wert auf die historische Fundiertheit ihrer Musik – der Band geht es eher darum, die Hörer mit mittelalterlich anmutenden Klängen zu unterhalten und zu faszinieren. Dies gelingt ihnen mit ihrem neuen Studioalbum auch außergewöhnlich gut, denn nicht allein des Wortwitzes wegen hat sich die Formation für diesen Titel entschieden. Vielmehr zielt er auf die Vermischung vieler fremdländischer Einflüsse in den Liedern ab.

Die „KulTourSchock“ zeichnet sich dabei trotz der klaren Linie in der musikalischen Gestaltung (Pfeifensäcke, Trommeln, Schalmeien und die Laute im Hintergrund) durch einen großen Variantenreichtum aus. Dröhnende Klänge wechseln gerne mal für einige Minuten mit ruhigeren Arrangements ab, die aber die Grundmelodie fortsetzen. Das macht die Lieder sehr abwechslungsreich, ohne dass es zu krassen Brüchen kommt.

An Exotik fehlt es nicht. So hat „La Gitanilla“ etwas Südländisches an sich, während in „Der Rabenzauber“ ein Erzähler eine alte skandinavische Legende, untermalt und getragen von der Musik, wiedergibt. „Korobuschka“ schließlich entwickelt in der Interpretation von Fremitus ein ganz eigenes Flair, gehört es doch zweifellos zu den bekanntesten Musikstücken der Welt – jeder, der in den 90ern auf einem handlichen Videospielgerät mit Graustufenbildschirm Klötze aufeinander gestapelt hat, wird es kennen (und den einleitenden Sound sicherlich auch).

Alles in allem sind die Melodien von Fremitus‘ neuster Silberscheibe sehr eingängig und halten dazu an, das Tanzbein zu schwingen oder einfach von fernen Ländern zu träumen. Die „KulTourSchock“ ist ein sehr gelungenes Album, das auf ganzer Linie zu überzeugen weiß. Also einfach mal reinhören und sich mitreißen lassen.